Regelinsolvenz: INSOLVENZ BEI UNTERNEHMEN & SELBSTÄNDIGEN

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DAS WICHTIGSTE IM ÜBERBLICK
  • Die Regelinsolvenz ist das Allgemeine Insolvenzverfahren in Deutschland.
  • Sie greift, wenn keine anderes Verfahren in Frage kommt, z.B. die Privatinsolvenz.
  • Unter die Regelinsolvenz fallen juristische Personen (Unternehmen) und selbständige natürliche Personen mit unübersichtlichen Vermögensverhältnissen.
  • Anders als beim Privatinsolvenzverfahren ist für den Antrag kein außergerichtlicher Einigungsversuch notwendig.
  • Das Insolvenzverfahren endet bei Unternehmen mit der Sanierung oder Abwicklung, bei Selbständigen / Unternehmern mit der Restschuldbefreiung.

WER FÄLLT UNTER DIE REGELINSOLVENZ?

Wenn keine besonderen Insolvenzverfahren wie z.B. die Privatinsolvenz oder die Nachlassinsolvenz angewendet werden können, spricht man von einer Regelinsolvenz. Das Allgemeine Insolvenzverfahren gilt für juristische Personen (z.B. GmbH oder AG) sowie selbständige natürliche Personen.

Selbständige und Freiberufler fallen unter das Regelinsolvenzverfahren beantragen, wenn sie mehr als 19 Gläubiger haben. Dann spricht man von unübersichtlichen Vermögensverhältnissen. Sind es weniger Gläubiger, greift die Verbraucherinsolvenz – das vereinfachte Insolvenzverfahren.

REGELINSOLVENZ ODER PRIVATINSOLVENZ?
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WELCHE VORAUSSETZUNGEN GELTEN NOCH?

Der wichtigste Grund für eine Insolvenz ist die (drohende) Zahlungsunfähigkeit bzw. die Überschuldung. Unternehmer sind verpflichtet, die Insolvenz rechtzeitig zu beantragen. Ansonsten könnten sie für eine Insolvenzverschleppung belangt werden.

Damit das Gericht dem Insolvenzantrag zustimmt, muss klar sein, dass die Verfahrenskosten gedeckt sind.

Im Gegensatz zur Privatinsolvenz ist es bei einer Regelinsolvenz nicht notwendig, außergerichtlich einen Einigungsversuch mit den Gläubigern zu unternehmen.

INSOLVENZGELD

Damit nicht sofort die Arbeitnehmer von der Insolvenz betroffen sind, gibt es ein sogenanntes Insolvenzgeld. Dieses wird für maximal drei Monate von der Bundesagentur für Arbeit bezahlt und muss dort beantragt werden. Anspruch auf Insolvenzgeld haben alle im Inland beschäftigten Arbeitnehmer. Insolvenzgeld wird nur gezahlt, wenn das Insolvenzverfahren eröffnet oder Mangels Masse abgewiesen wurde. Die Höhe des Insolvenzgeldes richtet sich nach dem Einkommen des Arbeitnehmers.

DER GROBE ABLAUF EINES INSOLVENZVERFAHRENS

Lässt sich die wirtschaftliche Situation nicht mehr verbessern, stellt das Unternehmen oder der Selbständige beim zuständigen Insolvenzgericht einen Insolvenzantrag. Zum Antrag gehört eine komplette Auflistung aller Gläubiger. Hier ist es ratsam, niemanden zu vergessen!

Das Insolvenzgericht bestimmt einen Insolvenzverwalter. Dieser schaut sich die wirtschaftliche Lage im Detail an. Besteht noch Hoffnung, leitet er eine Sanierung des Unternehmens ein. Dass dies auch politisch die bevorzugte Lösung ist, wird u.a. durch das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen von 2012 deutlich.

Ist nichts mehr zu retten, verwertet der Insolvenzverwalter das Vermögen (die Insolvenzmasse) und verteilt es gleichmäßig unter den Gläubigern. Für juristische Personen bedeutet dieser Schritt das Ende ihrer Existenz.

Für natürliche Personen geht es mit der Wohlverhaltensphase weiter, die bis zu sechs Jahre dauern kann. Erfüllt der Selbständige alle Pflichten, erteilt das Insolvenzgericht die Restschuldbefreiung. Zu seinen Pflichten gehört es u.a. auch, den pfändbaren Anteil seines Einkommens an den Insolvenzverwalter abzuführen.

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